Restauration

Die Restaurierung umfasst verschiedene Stufen von der sanften Ausbesserung und Konservierung des Originalzustandes über tiefergehende Aufarbeitung bis hin zur Radikalkur. Welche Art der Restauration sinnvoll ist, wird von Fall zu Fall unterschiedlich sein und sollte persönlich besprochen werden.

 

  • Rahmen: Nach der Demontage aller Anbauteile wie Kurbelgarnitur, Lager, Laufräder, Schutzbleche etc. wird der nackte Rahmen auf eventuelle Schäden durch Rostfraß o.ä. untersucht und vermessen, um festzustellen ob der Rahmen verzogen ist. In vielen Fällen kann ein Stahlrahmen wieder gerichtet werden. Dellen und Beulen können zum Teil verspachtelt oder, was oft sinniger ist, mit Auftragslötung gefüllt, verputzt und verschliffen werden. Größere Beulen können zum Teil auch herausgezogen werden. Risse und Brüche an Stahlrahmen können ebenfalls, z.B. durch einlöten von extra angefertigten Innenhülsen repariert werden. Unter Umständen kann auch das einlöten eines komplett neuen Rohres sinnvoll sein.

 

  • Lackierung: Sofern der Originallack nicht mehr zu retten oder erwünscht ist, wird er zuerst mit Stahlbürste und Sandstrahlgerät gründlich entfernt. Nach dem optionalen entfernen oder anlöten von Rahmenbauteilen und möglichen Ausbesserungs- und Schleifarbeiten wird der Rahmen entfettet. Im zweiten Schritt wird grundiert und gefüllt, die erste Schicht Lack im gewünschten Farbton aufgebracht und nach dem trocknen nass zwischengeschliffen. Dies wird ein- bis zweimal wiederholt, um eine perfekte Oberfläche zu erzielen. Sollen Wasserabziehbilder aufgebracht werden, wird das vor dem Finishing mit PU-Klarlack (Bootslack) gemacht. Ganz zum Schluss werden Linierungen und Verzierungen mit feinen Schwertschleppern auf den Rahmen gemalt. Natürlich ist es auch möglich, schadhafte Lackstellen oder Linierungen auszubessern, es liegt dabei vor allem im Auge des Betrachters, wie das restaurierte Fahrrad später wirken soll.

 

  • Anbauteile: Stark beanspruchte Teile wie Lager (Steuersatz, Tretlager, Naben etc.) werden auf Schäden geprüft und ggf. ersetzt, ebenso werden Ritzel, Kette und Kettenblatt auf Verschleiß überprüft und unter Umständen ausgestauscht. Hier macht es keinen Sinn, verschlissene Teile weiter zu verwenden, da dies die Funktionsfähigkeit des Fahrrades einschränkt. Eine Ausnahme sind hier Fahrräder, die ausschließlich zu musealen Zwecken restauriert und nicht mehr gefahren werden, oder aber bei wenig gefahrenen “Sonntagsrädern”.